Vom Entzücken und Schrecken des Kinderspiels: E.T.A. Hoffmanns Kunstmärchen Nussknacker und Mausekönig und die Spielzeugindustrie um 1800

Im Historischen Museum hält Prof. Elliott Schreiber am 12. Januar um 17 Uhr einen Vortrag zum Thema „Kinderspiel und Spielzeugindustrie um 1800“ und wie sich beides in E.T.A. Hoffmanns Werk ‚Nussknacker und Mausekönig‘ widerspiegelt. Prof. Schreiber forscht und lehrt am renommierten Vassar College in New York zu den Themen Deutsche Märchen, Kinderspiele und Fantasie sowie Spielzeug im Zeitalter Goethes. Der Vortrag ist kostenfrei, es ist keine Anmeldung erforderlich.

E.T.A. Hoffmanns Kindermärchen Nussknacker und Mausekönig befasst sich eingehend mit kindlichen Fantasiespielen. Der Vortrag erkundet die von Hoffmann dargestellte Wechselbeziehung zwischen kindlicher Einbildungskraft und Spielzeug im Rahmen von Jean Pauls einflussreicher Erziehungslehre, welche die Richtlinien einer heute noch wirksamen Kritik an der Spielzeugindustrie lieferte. Sich daran orientierend, stellt Hoffmanns Märchen diese Richtlinien gleichzeitig in Frage. In noch höherem Grade als Jean Paul schreibt er dem spielenden Kind die Kraft zu, die Spielzeugumwelt durch die eigene Fantasie zu verwandeln.
Dabei geht er einen wesentlichen Schritt weiter als Jean Paul, indem er Kinder nicht als passive Rezipienten von Spielsachen (und analog dazu von Kinderliteratur) konzipiert, sondern als selber fähig, sie durch fantasiereiches Spielen auf entzückende - aber auch auf erschreckende - Weise zu verändern.
Veranstaltungsort: Historisches Museum Bamberg

Eintrittspreis: kostenfrei
Keine Anmeldung erforderlich