Modenschau "Ausgetütet" erhält Seminarpreis

Mit der Idee, aus alten Plastiktüten Haute-Couture zu zaubern, veranstalteten Schülerinnen des Bamberger Maria-Ward-Gymnasiums im Oktober letzten Jahres eine grandiose Modenschau vor der Kulisse der Alten Hofhaltung auf dem Domberg.

Nun werden die mitreißenden Ideen, Kreativität, Teamgeist und Können, was sich letztendlich in die ästhetischen Designerstücke verwandelte, mit dem oberfränkischen P-Seminarpreis ausgezeichnet. Coronabedingt fand die Preisverleihung im Rahmen einer Videokonferenz statt.

Schön und nachhaltig

Schön und nachhaltig, diese Kombination überzeugte auch die Jury aus oberfränkischen Pädagoginnen und Pädagogen sowie Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern, so dass das Seminar „Design“ des Maria-Ward-Gymnasiums Bamberg unter der Leitung von Johanna Keesmann den oberfränkischen P-Seminarpreis gewinnen konnte. Eine ganz besondere Auszeichnung, die neben einer perfekten Seminarleistung auch die Verzahnung zu externen außerschulischen Partnern berücksichtigt und vom Verband der Bayerischen Wirtschaft ausgelobt wird.

 

Nachhaltigkeit, Spaß und Teamgeist

Nach den Begrüßungsworten des Schulleiters OStD i.K. Stephan Reheuser übernahmen die Gymnasiastinnen Eva Schneiderbanger und Hanna Tschiggfrey zusammen mit ihrer betreuenden Lehrkraft Johanna Keesmann die Initiative und führten durch das virtuelle Programm der Preisverleihung. Das „Making-of“ zeigte in Videoausschnitten die gestalterischen Ideen und den Nachhaltigkeitsgedanken (Tüten zu Plastikkunst up-zu-cyclen), die zu einem enormen Schaffensprozess führten, der viel Spaß machte und im Gänsehautfeeling der Modenschau in der Alten Hofhaltung gipfelte.

Kooperation - jeder profitiert!

Dieses Feeling griff Dr. Harald Vorleuter, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Oberfranken, auf und betonte, wie wichtig es sei, dass sich engagierte junge Menschen für ihre Zukunft einsetzen und Projekte in einer gelungenen Kooperation mit externen Partnern realisieren.

Alle Kooperationspartner unterstrichen den gemeinsamen Nutzen und die Freude an bereichernder Zusammenarbeit: Christiane Wendenburg, in Vertretung von Dr. Regina Hanemann, Leiterin der Museen der Stadt Bamberg, applaudierte nochmals für die grandiose Modenschau vor der Kulisse der Alten Hofhaltung auf dem Domberg, die in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum und der aktuellen Ausstellung "Tüte um Tüte" stattgefunden hat. Dr. Anne Schmitt, Vorsitzende von „Flussparadies Franken e.V.“, betonte daneben den Umweltschutzcharakter der Aktion. Und dass aus Plastik auch andere wertvolle Produkte außer Kleidung entstehen können, beschrieb Sebastian Keilholz, der mit seiner Initiative „project wings“ in Indonesien ganze Dörfer aus „ecobricks“ (Baumaterial aus Plastikabfall) entstehen lässt. Sein Motto „find a way, not an excuse“ teilen die engagierten Gymnasiastinnen uneingeschränkt.

 

 

Eine Welt für alle!

Nachhaltigkeit, eine lebenswerte Welt für alle, so Erzbischof Dr. Ludwig Schick, der Trägervertreter der Maria- Ward-Schule Bamberg, sei unsere Verantwortung. Dass die Schülerinnen an seinem Gymnasium diese Werte leben und sich für diese Ziele einsetzen, freue ihn sehr. Die Begeisterung der Schülerinnen habe ihn regelrecht angesteckt. Der Bamberger Oberhirte ließ sich gar zu der Äußerung hinreißen, dass sich sicher auch Papst Franziskus über dieses Projekt freuen und das Engagement der Schülerinnen loben würde, weil er sich in seiner Enzyklika „Laudato Si“ solche Initiativen für eine bessere Welt wünsche.

 

Die Preisverleihung würdigt Vernetzung

Seit vielen Jahren sucht die Bayerische Wirtschaft die Vernetzung mit Schulen im Freistaat. Es gehe darum, dass Schülerinnen und Schüler mit externen Expertinnen und Experten in verschiedenen institutionellen Bereichen in Kontakt treten, sich austauschen, zusammenarbeiten und voneinander lernen. Mit diesem Blick über den Tellerrand sei von Haus aus eine berufliche Orientierung ermöglicht, die nichts mehr mit einem vormals kritisierten „Elfenbeinturm“ in Bildungseinrichtungen zu tun habe. Und vielleicht werde auch ein wichtiger Impuls für eine motivierte Studien- oder Berufswahl gegeben. Patrick Püttner, Geschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft für Oberfranken gratulierte dem P-Seminar „Design“ für seine tolle Arbeit und überreichte P-Seminarpreis an die stolzen Schülerinnen des Maria-Ward-Gymnasiums.

Diese Würdigung, sei ein „moment of excellence“, so der Schulleiter. Er prägt und trägt junge engagierte Menschen auf ihrem weiteren Lebensweg – für eine lebenswerte Zukunft in einer gemeinsamen Welt!

 

 

Text: Stephan Reheuser