Lichtkunst zwischen den Bamberger Domtürmen

Als Teil der Ausstellung „Der Funke Gottes! Schatz + Wunderkammern im Bamberger Diözesanmuseum“ ist seit gestern die Lichtinstallation „GOOD GOD“ des Berliner Künstlers Via Lewandowsky in 60 Metern Höhe zwischen zwei der Domtürme platziert worden. Die Neon-Skulptur mit einer Spannweite von etwa zehn Metern wird vom 26. Juli bis 10. November nachts die Stadt beleuchten.

Die Skulptur, die abwechselnd die Worte „O GOOD GOD“ aufleuchten lässt, sei in unterschiedlicher Ausführung schon im Osnabrücker Dom, im Berliner Projektraum „Schaufenster“ sowie im Hamburger Thalia Theater ausgestellt worden, so die Initiatoren der Crowdfunding-Kampagne, zu denen unter anderem der Leiter des Bamberger Diözesanmuseums, Holger Kempkens, und der Kurator der Ausstellung „Der Funke Gottes!“, Alexander Ochs, gehören. Für die Sonderausstellung, die am 26. Juli eröffnet wird, ist die Installation „GOOD GOD“ laut Kempkens das perfekte Aushängeschild, da sie das Ausstellungskonzept plakativ in die ganze Stadt hinaus leuchtet: Zeitgenössische moderne Kunst trifft auf Jahrhunderte alte sakrale Werke. Arbeiten von Ai Weiwei, Andy Warhol, Markus Lüpertz, Joseph Beuys oder Leiko Ikemura stehen religiösen Bildwerken aus dem 15. bis 18. Jahrhundert oder der Schnitz- und Bildhauerkunst unbekannter Meister aus dem 12. und 13. Jahrhundert gegenüber.

Damit die Platzierung des Schriftzugs realisiert werden konnte, verzichteten der Künstler Via Lewandowsky auf das Honorar und die Bamberger Dombauhütte unterstützt das Projekt nach all ihren Möglichkeiten. Dennoch waren noch 27.000 Euro nötig, um für anfallende Materialkosten, den Transport und den Aufbau der Skulptur aufzukommen, so Museumleiter Kempkens. Etwa die Hälfte dieser Kosten für die Installation wurde durch ein Crowdfunding-Projekt im Vorhinein finanziert. 

Zu Via Lewandowsky

Via Lewandowsky studierte in Dresden und Berlin, 2008/09 und 2013/14 war er Gastprofessor an der Akademie der Künste München und der Universität der Künste Berlin. Er war Stipendiat der Villa Massimo in Rom ebenso wie der Villa Aurora in Los Angeles. Seine Werke wurden unter anderem in China, Korea, Kanada und Australien gezeigt. Schon sehr früh konnte er seine Arbeit im PS1 MoMA New York präsentieren. Lewandowsky arbeitet mit wechselnden künstlerischen Medien. Am bekanntesten sind seine skulptural-installativen Arbeiten und seine Ausstellungsszenografien mit architektonischen Einflüssen (z. B. „Gehirn und Denken: Kosmos im Kopf“). Bereits seit den 1990er Jahren integriert er immer wieder Soundartelemente in sein Werk, dieser klangkünstlerische Aspekt bekommt in den späteren Arbeiten, oft in Kombination mit performativen Anleihen, zunehmend mehr Gewicht (z. B. „Oh tu nove verde“, 2011).

 

Fotos: Dominik Schreiner, Online-Redakteur/ Social Media Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg