Die Bamberger Kaisergewänder unter der Lupe

Die aktuelle Ausstellung präsentiert Methoden und Ergebnisse der aktuellen Forschungen zu einzigartigen Seidengewändern aus dem 11. Jahrhundert!

Als Abschluss eines fünfjährigen Forschungsprojektes zeigt das Diözesanmuseum Bamberg eine umfassende Sonderausstellung zu den Bamberger Kaisergewändern, in der diese unter verschiedenen Aspekten ‚unter die Lupe‘ genommen werden. Neben den in Bamberg bewahrten Gewändern und Fragmenten werden in der Ausstellung auch kostbare Leihgaben aus nationalen und internationalen Museen und Schatzkammern zu sehen sein, die trotz der Covid-19-Pandemie von den Leihgaben großzügig zur Verfügung gestellt wurden.

Zu den einzigartigen Exponaten, die im Diözesanmuseum Bamberg verwahrt werden, gehören die sog. ‚Kaisergewänder‘. Dabei handelt es sich um nicht weniger als sechs Prachtgewänder, die mit den Namen Kaiser Heinrichs II. (* 973, reg. 1002–1024) und seiner Gemahlin Kunigunde (um 980–1033) verbunden werden: Der Sternenmantel Heinrichs II., der Blaue und der Weiße Kunigundenmantel, der Reitermantel, die Tunika und das Rationale – ein liturgisches Würdezeichen in Form eines Schulterüberwurfs.

Dieser einmalige Bestand an bestickten Seidengewändern aus dem ersten Viertel des 11. Jahrhunderts wurde in vergangenen fünf Jahren eingehenden, bewusst interdisziplinär ausgerichteten Untersuchungen und Studien unterzogen, die durch ein DFG-Forschungsprojekt ermöglicht wurden. Die sehr vielfältigen und spannenden Ergebnisse der beteiligten Fachdisziplinen werden nun in einer Sonderausstellung präsentiert: Dazu gehören neben historischen, schriftkundlichen und kunsthistorischen Aspekten ebenso auch die textiltechnologischen und materialkundlichen Analysen.

Jedes der sechs Gewänder wird in seinem materiellen Bestand und dessen Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte vorgestellt – auch durch heute deponierte Fragmente, oder solche, die durch Entnahme im 19. Jahrhundert in internationale Museen abgewandert sind, etwa nach Nürnberg, München, Wien und Lyon. Ebenso wird die ikonographische Konzeption der Bildprogramme als Mittel herrscherlicher Repräsentation herausgearbeitet, und die Stickereien durch die stilistischen Vergleiche mit Werken der Buchmalerei und der Textilkunst in ihr künstlerisches Umfeld eingeordnet – allen voran die Decke aus dem Schrein der hll. Ewalde aus St. Kunibert in Köln, deren Zierinschrift auf das Engste verwandt ist mit der Sauminschrift des berühmten Sternenmantels Heinrichs II.

Das Bamberger Rationale, das älteste erhaltene überhaupt, wird erstmalig mit seinen Nachfolgewerken zusammengeführt: Der Nachzeichnung aus dem frühen 15. Jahrhundert, heute in der Staatsbibliothek Bamberg, und dem von Kaiser Ludwig dem Bayern um 1320 gestifteten Rationale aus dem Regensburger Domschatz sowie dessen barocker Kopie aus dem Bayerischen Nationalmuseum.

 

Öffnungszeiten

 

 Di - So: 10 - 17 Uhr

Der Ausstellungsbesuch ist aktuell ohne Anmeldung möglich!

Bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 35 ist der Besuch des Diözesanmuseums nur für vollständig geimpfte, genesene oder negativ getestete Personen möglich (3G-Regel); bitte legen Sie unaufgefordert entsprechende offizielle Nachweise vor. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Ausgeschilderte Rundwege helfen bei der Vermeidung von Kontakten. Es gibt die Möglichkeit zur Desinfektion der Hände. Bargeldlose Zahlung beim Ticketkauf ist erwünscht.

 * Vorbehaltlich rechtlicher Änderungen