19. Februar bis 14. April 2026, Kabinettausstellung im Diözesanmuseum: Werke von Syowia Kyambi
Wie lassen sich persönliche und kollektive Erinnerungen künstlerisch sichtbar machen? Die kenianisch-deutsche Künstlerin Syowia Kyambi, Spitzenprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, erforscht in ihren Installationen und Performances, wie Geschichte in Körpern, Materialien und Räumen weiterwirkt.
Prof. Syowia Kyambi (*1979) ist seit November 2023 im Rahmen des Spitzenprofessuren-Programms des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst Gastprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.
Dort konzipierte und realisierte sie das fortlaufende pädagogisch-ökologische Projekt Interlocutory Agency. Zuvor war sie Leiterin des Masterstudiengangs Fine Arts am Transart Institute, Liverpool John Moores University. Zudem ist sie Mitbegründerin von Untethered Magic, einem prozessorientierten internationalen Residenzprogramm mit Sitz in Ongata Rongai (Kenia), das sich auf Autonomie, Wissensaustausch und Nachhaltigkeit konzentriert. In Zusammenarbeit mit dem Nairobi Contemporary Art Institute entwickelte sie außerdem das Mentoring-Programm UJUZI, ein alternatives Lernprogramm für zeitgenössische ostafrikanische bildende Künstlerinnen und Künstler.
Kyambi vertrat Kenia 2022 gemeinsam mit weiteren Positionen auf der Internationalen Kunstausstellung der Biennale di Venezia. Zu ihren weiteren bedeutenden Projekten zählt die dauerhafte Auftragsarbeit Infinity: Flashes of the Past im Nairobi National Museum (2007/2008). Sie erhielt unter anderem das Fellowship des Centre for Art Design & Social Research (2018–2020), das Fellowship der UniArts Helsinki (2018) sowie das Smithsonian Artist Research Fellowship (2017). Darüber hinaus nahm sie am Miracle Marathon der Serpentine Galleries (2016) teil und erhielt 2013 den Art in Global Health Grant des Wellcome Trust Fund (Großbritannien). Zu den wichtigen Residenzprogrammen zählen INHABIT am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt (2022), PRAKSIS in Oslo (2019), die Delfina Foundation in London (2016) sowie IASPIS in Stockholm (2013). Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter das Kouvola Art Museum (Finnland), das Nationalmuseum von Mali, die Sindika Dokolo Foundation und das Nairobi Contemporary Art Institute.
Kyambi initiiert und pflegt aktiv Netzwerke und Austauschformate zur Unterstützung forschungs- und prozessorientierter künstlerischer Praktiken. Als Mentorin, Künstlerin und Kuratorin mit über fünfzehn Jahren Erfahrung gilt ihr besonderes Interesse der Praxis des „Raumhaltens“ – sowohl innerhalb ihrer eigenen Arbeit als auch in ihren Mentoring-Tätigkeiten. Ihr Werk richtet den Blick auf das Vermittelnde zwischen den Stimmen, auf das Unausgesprochene zwischen den Worten sowie auf ambikulturelle Methoden verdeckter Macht und Autonomie. In ihren Arbeiten befragt Kyambi die politischen Konstellationen unserer Gegenwart und deren langfristige Nachwirkungen:
Was wird erinnert, was archiviert – und wie können wir die Welt neu sehen?