Der Mensch als Ausgangspunkt

Das Diözesanmuseum präsentiert einen Ausschnitt aus dem bildhauerischen Schaffen des Architekten und Städteplaners Rob Krier. Wandteppiche von Roswitha Grützke, die Interieurs und architektonische Elemente zeigen, ergänzen die Ausstellung.

Der international renommierte Architekt und Städteplaner Rob Krier (*1938) hat sich seit frühester Jugend auch immer künstlerisch betätigt und die Bildhauerei als zweites prägendes Standbein seines Schaffens betrachtet – und diese hat somit auch oft genug eine ‚Nische‘ in seinen architektonischen Entwürfen gefunden. Seine plastischen Arbeiten formt Rob Krier dabei meist aus Ton oder Gips, die anschließend in einem kreativen Prozess durch Schaben, Kratzen, Schneiden, Abschlagen und Aufmodellieren seine endgültige Gestalt erhalten, die bei ausgewählten Stücken dann auch in beständige Materialien wie Kunststein, Eisen oder Bronze gegossen wird.

Rob Kriers Skulpturen sind zumeist Abbilder des Menschen, genauer: menschlicher Handlungen, Gefühle, Leidenschaften, des Miteinanders, der Symbiosen, aber auch der Gegensätze.  Sie stehen in der klassischen Tradition der Bildhauerei der Antike und der Renaissance, orientieren sich an dem Genius dieser Werke, auch in ihrer häufig anzutreffenden Torso-Gestalt, finden dabei jedoch zugleich zu einer ganz eigenständigen, charakteristischen Formensprache.

In der Ausstellung, die zum 80. Geburtstag des Künstlers ausgerichtet wird, wird eine Auswahl wichtiger Werke aus den letzten 30 Jahren gezeigt, aber auch Arbeiten, die erst kürzlich entstanden sind und die somit von der anhaltenden Schaffenskraft Rob Kriers zeugen.

Ergänzend zu den Skulpturen Rob Kriers werden in der Ausstellung auch Bildteppiche der Textildesignerin Roswitha Grützke (*1938) präsentiert. Sie zeigen sorgfältig geschilderte und ungewöhnlich präzise in Bildwirkerei umgesetzte Detailbeobachtungen von Treppen, Architekturelementen in Kircheninnenräumen, Türdurchblicken und Vorhängen vor lichtdurchstrahlten Fenstern, die im Licht- und Schattenspiel zu vibrieren scheinen und eine überraschende Dynamik entwickeln. Aber auch die städtebaulichen Raumentwürfe Rob Kriers hat Roswitha Grützke meisterlich in Gewebe umgesetzt, so dass diese ungewöhnlichen Bildteppiche das Kreativpotential beider in sich vereinen.