Ausgezeichnet: UNESCO Memory of the World

In den Jahren 2003 und 2013 zeichnete die UNESCO drei der bedeutendsten mittelalterlichen Handschriften der Staatsbibliothek Bamberg durch die Aufnahme in das Memory of the World Programme aus. Alle drei Codices werden nun in einer Sonderausstellung präsentiert.

Auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee entstanden die Bamberger Apokalypse und der Kommentar zum Hohelied, die mit ihrer farbenprächtigen Buchmalerei heute genauso wie bei ihrer Entstehung vor über tausend Jahren faszinieren. Noch älter ist das Lorscher Arzneibuch aus der Zeit Karls des Großen, das dokumentiert, wie die antike Medizin im christlichen Mittelalter fortlebte.
Zu sehen sind alle sechs Codices aus dem Reichenauer Skriptorium, die in der Staatsbibliothek Bamberg bewahrt werden. Ihre kunstvollen Bilder vermitteln biblische Inhalte. Von unschätzbarer Bedeutung für das Kulturerbe der Menschheit sind auch acht ausgestellte Handschriften, die den Klerikern der Bamberger Domschule antikes Wissen zugänglich machten. Die einzigartigen Handschriften führen eindringlich vor Augen, dass Bamberg im frühen Mittelalter einen kulturellen Kristallisationspunkt darstellte, an dem sich schöpferische Energien aus ganz Europa bündelten.
Zwei wertvolle Leihgaben bereichern die Ausstellung. Aus der Bayerischen Staatsbibliothek München kehrt ein weiterer von der UNESCO ausgezeichneter Codex, das Reichenauer Evangeliar mit seinem prachtvollen Goldschmiedeeinband, für drei Monate nach Bamberg zurück. Der Einband der Bamberger Apokalypse war einst mit einer eindrucksvollen Achatplatte verziert. Für die Dauer der Ausstellung ist der Schmuckstein aus der Schatzkammer der Münchener Residenz in Bamberg zu bewundern.

Eröffnung
Sonntag, 6. Mai 2018, 11:00 Uhr im Lesesaal der Staatsbibliothek Bamberg
Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Peter Schmidt (Universität Hamburg, Kunstgeschichtliches Seminar): Von der Kunst, das göttliche Liebeslied zu illustrieren: Der Bamberger Kommentar zum Hohelied und seine Bilder