Unesco-Dokumentenerbe

Staatsbibliothek

Staatsbibliothek

Die Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz ist eine Forschungsbibliothek von internationalem Rang.

Kaiser Heinrich II.

Die ältesten, weltberühmten Schätze der Staatsbibliothek gehen auf den Bistumsgründer Kaiser Heinrich II. zurück, darunter drei Handschriften, die von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt wurden. Zu den herausragenden historischen Beständen gehören mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften, alte und seltene Drucke sowie eine umfangreiche Graphiksammlung. Eine Spezialsammlung ist E. T.A. Hoffmann gewidmet.
Die Staatsbibliothek Bamberg dient in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Bamberg der Literaturversorgung von Stadt und Region. Wechselnde Ausstellungen geben Einblick in die Bestände.

Sie hat seit 1965 ihr Domizil in der Neuen Residenz am Domplatz. Die 1803 gegründete Bibliothek war zuvor im ehemaligen Kollegienhaus der Jesuiten untergebracht (heute: An der Universität 2).

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
Samstag 9 – 12 Uhr
Sonn- und feiertags geschlossen

Eintrittspreise

frei

Sonderausstellung: „buecher gar hübsch gemolt“ - Deutsche Buchmalerei des 15. und frühen 16. Jahrhunderts

3. April bis 30. Juni 2017

Die Staatsbibliothek Bamberg zeigt vom 3. April bis 30. Juni 2017 einen repräsentativen Querschnitt aus ihrem Bestand an illuminierten Büchern des 15. und frühen 16. Jahrhunderts. Einer breiteren Öffentlichkeit wird so Einblick in diesen bisher weitgehend unbekannten Teil der Handschriftensammlung gewährt, der derzeit in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt erschlossen wird. Vorträge und Führungen begleiten die Ausstellung.

Das 15. Jahrhundert war eine Zeit tiefgreifender religiöser und kultureller Umbrüche. Bußprediger kritisierten gesellschaftliche und kirchliche Missstände, und klösterliche Reformbewegungen strebten danach, das Gemeinschaftsleben wieder stärker an christlichen Normen auszurichten. Dazu gehörte auch das Abschreiben von Büchern. Die Buchproduktion stieg stark an, da auch für weltliche Zwecke wie das Studium und den Handel immer mehr Texte benötigt wurden. Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg ermöglichte dann seit der Jahrhundertmitte die schnelle Herstellung und weite Verbreitung von Büchern.

Auch wenn Bücher immer leichter verfügbar wurden, waren sie doch alles andere als eine Massenware. Jedes Schriftstück spiegelt die individuellen Bedürfnisse seines Besitzers. Am deutlichsten wird dies, wenn ein Buch mit künstlerischer Ausstattung versehen ist. Nicht nur Werke, die man mit der Hand abschrieb, verzierte man auf diese Weise, sondern auch gedruckte Texte wurden oft reich mit gemalten Initialen, Bordüren und Miniaturen versehen.

Der Bestand an illuminierten Büchern des 15. und frühen 16. Jahrhunderts, den die Staatsbibliothek Bamberg hütet, ist bisher weitgehend unbekannt. Ein repräsentativer Querschnitt von etwa 20 Exponaten zeigt die Bandbreite der Sammlung. Am Anfang steht die Zeichnung eines bischöflichen Schulterschmucks, des 2015 erworbenen Rationale aus Pommersfelden. Aus Nürnberg gelangten Nonnenhandschriften und die gedruckte Kobergerbibel nach Bamberg. Aber auch in Bamberg selbst entstanden bedeutende Kunstwerke wie eine Chronik der Michelsberger Äbte und liturgische Drucke. Neben Werken fränkischer Herkunft sind auch Beispiele aus Nachbarregionen vertreten.

Führungen

Internationaler Museumstag, 21. Mai 2017
Sonderöffnung von 11.00 – 18.00 Uhr mit Führungen durch Restaurierungswerkstatt, Digitalisierungsstelle und historische Schauräume, Stationen zur Graphiksammlung von Joseph Heller und zu Wasserzeichen, Ausstellung, Kinderprogramm. Detaillierte Informationen sind dem gemeinsamen Flyer der Museen um den Bamberger Dom zu entnehmen sowie auf www.staatsbibliothek-bamberg.de einsehbar.


Öffentliche Führungen
Jeden Montag, 17.00 Uhr (außer an gesetzlichen Feiertagen). Dauer: 1 Stunde.
Treffpunkt: Eingangsbereich der Staatsbibliothek Bamberg in der Neuen Residenz, Domplatz 8.
Ohne Anmeldung, kostenfrei.


Sonderführungen
Private Führungen können für Gruppen mit max. 20 Teilnehmern zu folgenden Zeiten vereinbart werden: Montag bis Freitag, 9.00 bis 17.00 Uhr. Anmeldung unter Tel. (0951) 9 55 03 – 0. Kostenfrei.


Kurzführung im Rahmen der „Kunstsnacks“ in den Museen um den Bamberger Dom:
Die Nachzeichnung des „Bamberger Rationale“ aus Schloss Weißenstein in Pommersfelden (Dr. Bettina Wagner)
Mittwoch, 31. Mai 2017, 12.30 Uhr

Vorträge

Sonntag, 2. April 2017, 11.00 Uhr
Dr. Karl-Georg Pfändtner (Augsburg):
„buecher gar hübsch gemolt“
Das Ausschmücken von Büchern – handgeschriebenen und gedruckten – mit Deckfarben und Miniaturen erlebte im mitteleuropäischen Raum im 15. und frühen 16. Jahrhundert einen letzten Höhepunkt. Neben die großen Zentren der Buchmalerei wie Prag, Wien, Köln, dem Elsass, Augsburg, Nürnberg und Wien treten auch bisher kaum beachtete Bamberger Werkstätten. Der Vortrag thematisiert dieses Aufblühen der deutschen Buchmalerei in Spätmittelalter und früher Neuzeit, insbesondere anhand der in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrten reichen Bestände. Im Anschluss wird die Ausstellung eröffnet.
Veranstaltungsort: Lesesaal der Staatsbibliothek Bamberg, Domplatz 8, 96049 Bamberg

Dienstag, 9. Mai 2017, 19.00 Uhr
Dr. Bettina Wagner (Bamberg):
Vom Medienwandel und Buchhandel. Die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert und seine Folgen
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts begann sich das Wissen davon zu verbreiten, dass Johannes Gutenberg ein Verfahren zur mechanischen Herstellung von Büchern erfunden hatte. Gedruckte Bücher wurden in großer Zahl verfügbar. Der Vortrag stellt anhand von Quellen des 15. Jahrhunderts einige frühe – durchaus geteilte – Reaktionen auf die Erfindung des Buchdrucks vor und skizziert die Folgen, die der technologische Wandel für die Medienlandschaft Europas hatte. So manches davon ähnelt heutigen Diskussionen über die Chancen und Risiken der Digitalisierung.
Veranstaltungsort: Großer Saal der Volkshochschule im Alten E-Werk, Tränkgasse 4.

Dienstag, 23. Mai 2017, 18.00 Uhr
Prof. Dr. Eef Overgaauw (Berlin):
Signaturen in mittelalterlichen Handschriften: Miniaturisten, Buchbinder, Schreiber, Autoren
Veranstaltungsort: Lesesaal der Staatsbibliothek Bamberg, Domplatz 8, 96049 Bamberg

Adresse

Staatsbibliothek Bamberg
Neue Residenz
Domplatz 8
96049 Bamberg
www.staatsbibliothek-bamberg.de
Tel. 0951 / 955 03-101